Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie                       Weitere Reduzierung der Phosphor - Einträge

In 80 % der Wasserkörper in Rheinland-Pfalz tragen die Einleitungen aus Punktquellen, insbesondere Kläranlagen, entscheidend mit dazu bei, dass der gute ökologische Zustand aufgrund der stofflichen Belastung im Einleitgewässers oder in einem unterhalb liegenden Wasserkörper nicht erreicht wird. Im Ergebnis sind mehr als 80 % der Gewässer von einer solchen sogenannten p1-Belastung oder als Oberlieger betroffen.

Unter Informationen sind die Wasserkörper mit p1-Belastung und Oberliegern sowie die betroffenen Kläranlagen enthalten.

Die Kläranlagen an den sogenannten p1-Wasserkörpern bzw. deren Oberliegern sollen durch den Einsatz von kosteneffizienten Optimierungsmaßnahmen der Phosphor-Fällung bzw. der Optimierung des Rückhalts von partikulärem Phosphors im Nachklärbecken mindestens folgende Pges- Jahresmittelwerte (Mindestzielwerte) einhalten.

Tabelle 1: Pges-Mindestzielwerte Kläranlagen in p1-Gewässern

Kläranlagen

Pgesamt

Betriebs-
mittelwert (mg/l)

Pgesamt

Bescheids
wert   

(mg/l)

Belebungsanlagen >100.000 E Ausbaugröße 0,4 0,8 - 1,0
Belebungsanlagen >10.000 bis 100.000 E Ausbaugröße 0,5 1,0 - 1,2
Belebungsanlagen >5.000 bis 10.000 E Ausbaugröße 0,7 1,5
Belebungsanlagen 1.000 bis 5.000 E Ausbaugröße 0,7 2,0
Belebungsanlagen 500 bis < 1.000 E Ausbaugröße 1,0 keine Vorgaben
Tropfkörperanlagen 1.000 bis < 10.000 E Ausbaugröße 1,4 2
In begründeten Einzelfällen: Belebungsanlagen
>10.000  E Ausbaugröße mit Flockungsfiltration oder Verfahren mit mindestens gleichwertiger Reinigungsleistung
0,15 - 0,2 0,3 - 0,4

Bei Anlagen bis 500 Einwohner Ausbaugröße sowie Teichkläranlagen, Pflanzenkläranlagen oder sonstige Klärverfahren ist die Einrichtung einer P-Fällung hinsichtlich Kosten/Nutzen kritisch zu prüfen. Daher werden hier keine Zielwerte vorgeschlagen (Anlagen mit Einzelfallprüfung).


Förderung

Die Umsetzung der genannten Maßnahmen kann aus Mitteln der Wasserwirtschaftsverwaltung Rheinland-Pfalz gefördert werden. Neben der entgeltsabhängigen Förderung wird zur Umsetzung von Maßnahmen der Fällung, Fällungsoptimierung und Flockungsfiltration bzw. Verfahren mit mindestens gleichwertiger Reinigungsleistung ein Bonus als Zuschuss gewährt (20% für Maßnahmen zur Optimierung der Fällung bzw. 30% für Maßnahmen der Flockungsfiltration oder Verfahren mit mindestens gleichwertiger Reinigungsleistung). Dazu ist ein Nachweis zu führen, dass die Maßnahme geeignet ist, die Nährstoff-Fracht um mindestens 20% zu reduzieren.

Zur beschleunigten Umsetzung der erforderlichen Maßnahmen wird dieser Bonus um bis zu weitere 20% Zuschuss in Abhängigkeit vom Maßnahmenbeginn wie folgt erhöht:

Umsetzung der Maßnahme 2019 2020 2021 2022
Zusätzlicher Bonus (Zuschuss) % 20 20 10 10

Voraussetzung für diese erhöhte Förderung ist, dass die Anlagen auf die Einhaltung der Mindestzielwerte nach Tabelle 1 ausgelegt werden.

Die Auszahlung weiterer Boni, wie zum Beispiel zur Teilnahme am Benchmarking der Wasserwirtschaft (5% Bonus als Zuschuss) ist ebenfalls möglich.