August 2020  | Wärmeeinleitungen in rheinland-pfälzischen Fließgewässern

Handlungs- und Informationskonzept (Stufenplan) bei hohen Wassertemperaturen in rheinland-pfälzischen Fließgewässern

In den Jahren 2003, 2006 und 2018 erreichte die Temperatur in den Fließgewässern, insbesondere im Rhein, aufgrund längerer sommerlicher Hitzeperioden zum Teil kritische Werte mit Tagesmittel von über 28 °C und Tagesmaxima von über 29 °C. Einschränkungen bei der Kühlwasserversorgung von Industriebetrieben und Kraftwerken und erschwerte Bedingungen für die Fließgewässerfauna, insbesondere für die Fische, waren die Folge.  Der Beobachtung hoher Gewässertemperaturen, die zudem noch verbunden sein können mit geringen Abflüssen, kommt im Rahmen des Klimawandels eine zunehmende Bedeutung zu.

Das Handlungskonzept gibt Anleitungen, um in den verschiedenen Stufen mit zunehmend kritischen Gewässersituationen rechtzeitig die notwendigen Handlungsvorgaben zu setzen.

Daneben zielt das „Handlungs- und Informationskonzept (Stufenplan) bei hohen Wassertemperaturen in rheinland-pfälzischen Fließgewässern“ auch darauf ab, die aufgrund des Klimawandels zunehmend betroffenen Wassernutzer, wie beispielsweise Schifffahrt, Energiegewinnung, Industrie, Landwirtschaft sowie die Öffentlichkeit zu informieren.

Weitere Informationen können Sie hier entnehmen.

 


08.06.2020  | Hochwasserschutz

Höfken: „Wichtiger Schritt für den Hochwasserschutz an der Nahe“

Umweltministerin Höfken und SGD Süd-Präsident Kopf bei der Baustellenbegehung der Deichertüchtigung bei Ippesheim-Planig / Hochwasserschutzmaßnahmen der Nahe wird stetig ausgebaut.

„Starke Niederschläge beunruhigen regelmäßig die Bevölkerung an der Nahe. Bedingt durch das für die Flusslänge relativ große Wassereinzugsgebiet, können im Mittel- und Unterlauf innerhalb von wenigen Stunden sehr starke und schnell abfließende Hochwasser auftreten. Umso mehr freut mich der heutige Startschuss dieses Projektes, welches ein weiterer wichtiger Baustein zur Verbesserung des Hochwasserschutzes an der Nahe ist“, sagte Umweltministerin Höfken anlässlich des Spatenstichs am Deich.

SGD Süd-Präsident Hannes Kopf betonte: "Ich bin sehr froh, dass die Bauarbeiten für die nächste Hochwasserschutzmaßnahme an der Nahe im Abschnitt Ippesheim/Planig beginnen. Neben dem Deichabschnitt in Grolsheim, welcher voraussichtlich Ende dieses Jahres fertiggestellt wird, ist somit eine weitere Deichbaumaßnahme an der Nahe in der baulichen Umsetzung. Der Hochwasserschutz an der Nahe wird somit Stück für Stück verbessert. Die nächsten Deichabschnitte Sponsheim und Gensingen befinden sich bereits im Genehmigungsverfahren bei der SGD Süd und stehen somit in absehbarer Zeit ebenfalls zur Realisierung an."

Nicht zuletzt aufgrund der Veränderungen im Hochwassergeschehen und zunehmender Starkregenereignisse wegen des Klimawandels bleibe nach Aussage der Umweltministerin der Hochwasserschutz weiterhin ein politischer Schwerpunkt der Landesregierung Rheinland-Pfalz. „Das Land hat in den letzten 25 Jahren insgesamt fast 1,2 Milliarden Euro in den Hochwasserschutz investiert. Das ist sehr viel für ein Bundesland wie Rheinland-Pfalz. Die größten Investitionen haben wir für technische Hochwasserschutzmaßnahmen wie Deiche, Polder, Hochwasserschutzmauern und Rückhaltebecken getätigt“, führt Höfken weiter aus und erinnert an die verheerenden Hochwasserereignisse im Dezember 1993 und Januar 1995, aufgrund derer das heute umfassende Maßnahmenpaket zur Verbesserung des Hochwasserschutzes an der Nahe begonnen wurde.

„Hochwasser sind eine existenzielle Bedrohung für viele Menschen im Land und werden auch in Zukunft nicht vollständig zu beherrschen sein. Aber wir als Landesregierung versuchen das Möglichste, die Gefahr, die von über die Ufer tretenden Wassermassen ausgeht, so gut es geht zu kontrollieren und einzuschränken. Jedoch biete der technische Hochwasserschutz keinen vollkommenen Schutz und ist somit nur ein Teil des umfassenden Hochwasserrisikomanagements von Rheinland-Pfalz.“, hielt Höfken abschließend fest.

Planungen des Bauabschnittes Ippesheim-Planig
Der Ausbauabschnitt erstreckt sich über eine Länge von rund 2,5 km bis kurz vor Gensingen. Aufgrund der vorhandenen Bebauung im Bereich der Schlarppmühle und den damit verbundenen eingeschränkten Platzverhältnissen wird hier eine Spundwand gesetzt. Der Mühlgraben der Schlarppmühle wird verfüllt und der Deich mit einer landseitigen Verbreiterung der Deichaufstandsfläche errichtet. Die mit drei Metern geplante Deichkrone bleibt unbefestigt und wird nur mit Oberboden angedeckt und eingesät. Auf der landseitig vorgelagerten Berme wird es einen asphaltierten Weg geben, der zwar vorrangig der Deichverteidigung dient, aber auch als Radweg genutzt werden kann. Die Bauarbeiten werden mindestens bis Ende des kommenden Jahres andauern und aller Voraussicht nach zur Hochwassersaison 2021-2022 abgeschlossen sein.


25.05.2020  | Hochwasserschutz

Ministerin Ulrike Höfken besichtigt Baustelle zur Ertüchtigung des Hochwasserschutzes für Hochstetten-Dhaun

Am 25.05.2020 besichtigte Frau Ministerin Höfken zusammen mit dem Präsidenten der SGD Nord Herrn Dr. Kleemann, der Landrätin des Landkreises Bad Kreuznach Frau Bettina Dickes, dem Bürgermeister der Verbandsgemeinde Kirner Land Herr Thomas Jung sowie dem Bürgermeister von Hochstetten-Dhaun Herr Hans-Helmut Döbell die seit Mitte April laufenden Baumaßnahmen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Diese sollen die in den 1930er für ein HQ50 erbauten Deiche zum Schutz der Ortslagen Hochstetten-Dhaun auf das heute erforderliche technische Sicherheitsniveau ertüchtigen. Die Deiche wurden bei den großen Hochwassern 1993 sowie 1995 überströmt, was zu erheblichen Schäden im Ortsteil Hochstädten und im linksseitig der Nahe gelegenen Gewerbegebiet der Gemeinde Hochstetten-Dhaun führte. Die Baugrunduntersuchungen und den nachfolgend erstellten Standsicherheitsberechnungen zeigten, dass die Deichanlage nicht mehr dem Stand der Technik entspricht und ertüchtigt werden muss. Im Auftrag der SGD Nord folgten anschließend vertiefte Untersuchungen und Variantenplanungen. Mit dem Planfeststellungsbescheid vom 12.11.2015 wurde das Hochwasserschutzkonzept mit der favorisierten Variante genehmigt:

  • Auf der linken Naheseite wird zum Schutz des Gewerbegebietes der vorhandene Deich auf einer Länge von rd. 820 m auf das Bemessungsereignis HQ100 zzgl. 50 cm Freibord ertüchtigt werden. Weiterhin sind punktuelle Geländemodellierungen zur Sicherstellung des Hochwasserschutzes für das Gewerbegebiet geplant.
     
  • Auf der rechten Naheseite wird zwischen den Sportanlagen und der Gemeinde Hochstädten der vorhandene Hochwasserdeich auf einer Länge von rd. 400 m zurückgebaut werden. Der Bereich steht damit künftig bei Hochwasser als zurückgewonnene Überschwemmungsfläche und gleichzeitig für eine naturnahe Entwicklung der Nahe zur Verfügung. Mit dieser Maßnahme erfolgt auch der vollständige Ausgleich für den verlorenen gegangenen Retentionsraum für den Bau des Gewerbegebietes in der „Kirner Wässerung“. Die gleichzeitig mit den Baumaßnahmen vorgesehenen Renaturierungsmaßnahmen im Nahevorland werden im Rahmen der ‚Aktion Blau Plus‛ durchgeführt. Auch der im Renaturierungsbereich bisher verrohrte „Wiesbach“ wird wieder offen gelegt, über den neuen Deich geführt und in den Renaturierungsbereich integriert.
    Unterstrom dieser Öffnung wird der vorhandene Hochwasserdeich durch einen neuen rd. 100 m langen Absperrdeich für den Hochwasserschutz der Gemeinde Hochstädten an das Hochufer angeschlossen. Der vorhandene Deich zum Hochwasserschutz der Gemeinde Hochstädten wird auf einer Länge von rd. 200 m auf das Niveau des Hochwasserschutzdeiches für Hochstetten-Dhaun (linkes Naheufer) ertüchtigt.
    Oberstrom der neuen Öffnung wird der alte Deich durch einen neuen rd. 150 m langen Absperrdeich im Bereich der Sportanlagen an das Hochufer angeschlossen. Die Deichkrone des neuen Absperrdeiches behält die Höhenlage des derzeitigen Deiches (HQ10 zzgl. 50 cm Freibord) und nicht die der sanierten Hochwasserschutzdeiche. Der Absperrdeich und die stromauf folgenden, nicht sanierten, vorhandenen Deiche werden bei Hochwässern größer HQ50 überflutete, die Flächen der Sportanlagen wirken damit ab diesen Ereignissen weiterhin als überörtlich wirksamer Polder.

Maßnahmenträger beider Projekte ist das Land Rheinland-Pfalz als Ausbaupflichtiger für die Gewässer und Hochwasserschutzanlagen an der Nahe als Gewässer I. Ordnung. Die Verbandsgemeinde Kirn-Land beteiligt sich gemäß § 76 Abs. 6 LWG mit 10 % an den Kosten der Hochwasserschutzmaßnahmen. Im Verlauf der Maßnahme werden auch die Versorgungsleitungen der Verbandsgemeindewerke umgelegt, die diese Kosten zu 100 % tragen.

Das Gesamtkosten betragen rund 7,9 Mio. €, wovon auf die Hochwasserschutzmaßnahmen am linken Ufer für Hochstetten-Dhaun rd. 5,4 Mio. €, für die strukturverbessernden Maßnahmen auf dem rechten Ufer bei Hochstädten 2,5 Mio. € entfallen. Am 8. April fand durch die Mitarbeiter der SGD Nord und der bauausführenden Firma STRABAG GmbH die Einweisung in die Baustelle statt, am 14. April folgte der Baubeginn. Die Bauzeit wird voraussichtlich bis Ende 2023 dauern.