20. Juni 2018     l      Umweltbildung

Nähere Infos zur Eröffnung / Tag der offenen Tür des WasserWissensWerk am 23.06.2018 in Kempfeld siehe Einladungsflyer.


19. Juni 2018     l      Aktion Blau Plus

Griese: „Gewässerrenaturierung wichtiges Vorsorgeinstrument für den Hochwasserschutz“

Umweltstaatssekretär übergibt Förderbescheide über rund 340.000 Euro für Maßnahmenpaket in Zemmer in der Verbandsgemeinde Trier-Saarburg

„Mit den heute im Fokus stehenden Maßnahmen haben Sie die richtigen und notwendigen Schritte unternommen, um hier vor Ort die schadlose Ableitung von extremen Regenereignissen aus dem Außengebiet zu gewährleisten“, betonte Umweltstaatssekretär Thomas Griese heute in der Ortsgemeinde Zemmer. Dort überreichte er zwei Förderbescheide in Höhe von insgesamt 339.450 Euro. Mit den Mitteln fördert das Land die Gewässerrenaturierung im Grundsgraben, um Retentionsraum zu schaffen sowie die Herstellung von Versickerungsmulden, um das Wasser aus den nordöstlichen Außengebieten von der Ortslage Dauefenbach zurückzuhalten. 

In den Mittelpunkt seiner Ansprache rückte Griese die dramatischen Starkregenereignisse der vergangenen Wochen, von denen viele Eifelgemeinden und deren Bürgerinnen und Bürgern besonders stark betroffen gewesen seien. „Zahlreiche Überschwemmungen haben dazu geführt, dass Schäden in Millionenhöhe entstanden sind und neben überfluteten Straßenzügen und vollgelaufenen Kellern teilweise auch Existenzen auf dem Spiel stehen. Wir alle spüren seit einigen Jahren sehr deutlich, der Klimawandel wird konkret.“

Der Anstieg der durchschnittlichen Temperatur in Deutschland um 1,4 Grad führe dazu, dass Extremwetterereignisse weiter zunehmen. Jedes Grad mehr bedeute, dass die Luft mehr Feuchtigkeit aufnehmen könne. Die auftretenden Starkregen seien meist sehr kleinräumig, schwer vorhersagbar und entwickelten in kürzester Zeit ihre verheerende Wirkung, so Griese.

„Klar ist: Der Klimawandel betrifft alle. Auch in Gebieten, die bisher nicht von Überschwemmungen betroffen waren, wird Vorsorge immer wichtiger. Deshalb appellieren wir an alle Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer, als Ergänzung der Wohngebäude- und Hausratsversicherung eine Elementarschadenversicherung abzuschließen“, unterstrich der Staatssekretär. Zwar sei in den vergangenen Jahren die Versicherungsquote in Rheinland-Pfalz von 19 auf 30 Prozent gestiegen, doch noch immer verzichteten zwei Drittel der möglicherweise Betroffenen auf die Absicherung eigener Vermögenswerte.

„Die Landesregierung wirbt allerdings nicht nur für den Abschluss einer Versicherung. Seit vielen Jahren engagiert sich das Land Rheinland-Pfalz bundesweit vorbildlich, um  die Hochwasservorsorge voranzutreiben. Sei es durch das beim Gemeinde- und Städtebund eingerichtete Informations- und Beratungszentrum Hochwasservorsorge Rheinland-Pfalz, durch die mehr als 20 Hochwasserpartnerschaften oder durch die finanzielle Förderung von örtlichen Hochwasserschutzkonzepten mit einem 90 prozentigen Zuschuss. Ich möchte Ihnen dieses Instrument auch für Ihre Verbandsgemeinde wärmstens empfehlen. Denn ein solches Konzept hilft konkret, die Hochwasser- und Überflutungsvorsorge zu verbessern und dadurch mögliche Schäden zu vermindern“, so Grieses abschließende Aufforderung.


18. Juni 2018     l      Wasserversorgung und Umweltbildung

Höfken: „WasserWissensWerk stärkt den Nationalpark, neue Fernwasserleitung sichert die Versorgung der Bürgerinnen und Bürger mit Trinkwasser“

Umweltministerin eröffnet neue Leitung zur Steinbachtalsperre und das Besucher- und Informationszentrum „WasserWissensWerk“.

„Trinkwasser ist eines unserer wichtigsten Lebensmittel. Welche Bedeutung es hat, wodurch es gefährdet ist und was für seinen Schutz, zur Gewinnung und Aufbereitung getan wird: Das kann man nun im „WasserWissensWerk“ lernen und begreifen. Hier steht das Trinkwasser im Mittelpunkt!“, sagte Umweltministerin Ulrike Höfken anlässlich der Eröffnung des Besucher- und Informationszentrums an der Steinbachtalsperre. Das WasserWissenswerk ist nicht nur ein Infozentrum im Gebäude des Wasserwerks an der Steinbachtalsperre. Mit dem „Blauen Klassenzimmer“ enthält es auch eine moderne und interaktive Dauerausstellung für alle Altersgruppen – insbesondere für die Besucherinnen und Besucher des Nationalparks sowie die Kinder und Jugendlichen der umliegenden Schulen. 

Ergänzt werden soll das „WasserWissenswerk“ in der Zukunft durch einen neuen Rundweg um die Talsperre sowie einen Themenpfad Wasser, der die historische Bedeutung des Wassers in der Region in den Vordergrund stellt. „Das Gesamtkonzept wertet die gesamte Nationalparkregion auf und lenkt den Blick auf die wichtige Ressource Wasser“, sagte Höfken.
 

Neue Fernwasserleitung: Trinkwasserversorgung sicherstellen

„Zugleich freue ich mich, dass es heute einen zweiten, wichtigen Anlass zum Feiern gibt: Die fertig gestellte 32 Kilometer lange Fernwasserleitung von der Primstalsperre zur Steinbachtalsperre. Nach vier Jahren Bauzeit ist hier ein Mammutprojekt erfolgreich beendet worden. Vor allem aber stellt es eine nachhaltige Versorgung mit Trinkwasser hier in der Verbandsgemeinde Birkenfeld sicher“, so die Ministerin. „Die Leitung führt quer durch den Nationalpark und überwindet gewaltige Höhenunterschiede – es ist ein Jahrhundertbauwerk.“ Insgesamt 26 Millionen Euro kostet die Investition, rund 21 Millionen Euro wurden vom Land getragen. Ministerin Höfken überreichte anlässlich der Eröffnung hierzu den letzten Zuwendungsbescheid in Höhe von 4.224.000 Euro – davon entfallen 3.168.000 auf Zuschüsse und 1.056.000 Euro auf ein zinsloses Darlehen. Mit der neuen Leitung wird Rohwasser aus dem Saarland in die rheinland-pfälzische Steinbachtalsperre befördert, um dort zu Trinkwasser aufbereitet zu werden.

 „Der Klimawandel ist eine Tatsache – das haben nicht nur die extremen Starkregenereignisse in den vergangene Wochen gezeigt. Auch die Trockenphasen nehmen zu und stellen die Wasserwirtschaft vor große Herausforderungen. Bei diesem Projekt haben der Wasserzweckverband, die Verbandsgemeindewerke, die Ingenieure und Baufirmen sowie die Wasserwirtschaftsverwaltung an einem Strang gezogen und in wenigen Jahren zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht“, sagte die Umweltministerin, bedankte sich bei allen Beteiligten und kündigte an, dass der Probebetrieb noch in diesem Jahr starten wird. 


19. April 2018     l      Hochwasserschutz

„Meilenstein im Hochwasserschutzprogramm erreicht“ – Staatssekretär Griese eröffnet letzten Bauabschnitt des Rheinhauptdeiches

„Mit dem Abschluss der Bauarbeiten am Deichabschnitt zwischen der Schließe Fischsee und Mausmeer haben wir einen Meilenstein im Hochwasserschutzprogramm für die Region zwischen Worms und Mainz erreicht. Durch die Ertüchtigung der geschlossenen Rheinhauptdeichlinie wird der Schutz von rund 700.000 Menschen links und rechts des Rheins vor existenzbedrohendem Hochwasser deutlich verbessert“, sagte Umweltstaatssekretär Thomas Griese heute im Guntersblum.

Dort eröffnete er den letzten rund 2,2 Kilometer langen Bauabschnitt des Rheinhauptdeiches . Nach einer Bauzeit von rund zwei Jahren ist die Ertüchtigung dieses Bereichs abgeschlossen. Die Kosten für die Deichsanierung, die unter der Federführung der SGD Süd vorgenommen wurden, beliefen sich auf insgesamt rund 7,2 Millionen Euro.

Hinweisschild zur Länge und den Gesamtkosten der Deichertüchtigung

Gruppenfoto zur Eröffnung der letzten Bauabschnitt des Rheinhauptdeiches

In seiner Rede mahnte Griese, dass gerade vor dem Hintergrund des Klimawandels große und extreme Hochwasser jeder Zeit auftreten könnten. „Der Klimawandel ruft Änderungen hervor, die wir in Rheinland-Pfalz schon jetzt beobachten können.“ So habe neben einer deutlichen Temperaturerhöhung in den letzten Jahrzehnten die Anzahl der Hochwasserereignisse seit Ende der 1970er Jahre zugenommen. Dies gelte auch für extreme Wettereignisse wie Sturm, Hagel oder Starkregen. Ein Trend, der sich nach Aussage der Klimaexperten weiter fortsetzen werde. "Wir müssen damit rechnen, dass nicht nur Starkregenereignisse, die an kleinen Gewässern zu Hochwasser führen, zunehmen werden.

Auch die Hochwasserabflüsse an großen Gewässern wie dem Rhein werden zunehmen und häufiger werden", so der Staatssekretär.
Bei einem Versagen der Deiche am Oberrhein, wie letztmalig 1882/83 geschehen, müsse mit Schäden von 13 Milliarden Euro – davon allein sechs Milliarden Euro in Rheinland-Pfalz – gerechnet werden.

„In Anbetracht dieses immensen Schadenspotentials hat Rheinland-Pfalz ein umfassendes Maßnahmenprogramm zur Deichertüchtigung und zum Bau von Poldern aufgelegt, um den Hochwasserschutz am Oberrhein wieder auf das ursprünglich vorhandene 200-jährige Schutzniveau zu bringen. Die Ertüchtigung des Rheinhauptdeiches zwischen der Schließe Fischsee und dem Mausmeer ist Teil dieses Programms“, wies Griese auf das große Engagement der Landesregierung hin. So seien schon acht der zehn international vertraglich vereinbarten Rückhaltungen fertiggestellt und einsatzbereit. Auch das Programm zur Ertüchtigung der rund 180 Kilometer langen Rheinhauptdeichstrecke und die Sanierung der Schöpfwerke von der Grenze bei Lauterberg bis nach Bingen seien mittlerweile weit fortgeschritten. „Vor dem Hintergrund des Klimawandels gehen wir aber noch einen Schritt weiter und planen am Oberrhein zwei Rückhalteräume für Extremhochwasser im Raum Hördt und hier in der Region, die dann eingesetzt werden sollen, wenn Hochwasser drohen, die die Bemessungsgrenzen der Deiche übersteigen.“

Gleichzeitig erinnerte Griese daran, dass man sich auch bewusst sein müsse, dass Hochwasser nicht vollständig zu beherrschen sei, dass technische Bauwerke die Nutzung an den Gewässern zwar ermögliche, die Hochwassergefahr als solche aber nicht ganz beseitige. „Jedes Bauwerk bietet nur so lange Schutz, bis das Bemessungsziel erreicht ist. Darüberhinausgehende Hochwasser, die es von Natur aus immer geben wird, überfluten auch die geschützten Gebiete. Insofern müssen wir mit dem Risiko leben, und es ist wichtig dieses Risiko zu kennen und vorzusorgen, damit sich die Schäden in Grenzen halten.“


18. April 2018     l      Hochwasserschutz an Rhein und Elbe

Umweltministerinnen Höfken und Dalbert treffen sich zu Fachgespräch am Polder Ingelheim

Nach dem Hochwasser ist vor dem Hochwasser – diesem alten Grundsatz folgend haben sich die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken und ihre Amtskollegin Prof. Dr. Claudia Dalbert aus Sachsen-Anhalt zu einem Fachgespräch über die Hochwasserschutzkonzeptionen beider Länder getroffen. Zentrales Thema waren die Verknüpfung von technischen Maßnahmen des Hochwasserschutzes an den großen Flüssen Elbe und Rhein und der gleichzeitigen Umsetzung naturschutzfachlicher Zielstellungen.

Fachgespräche am Polder Ingelheim

Am Beispiel des Polders Ingelheim tauschten sich die Ministerinnen vor Ort unter anderem darüber aus, wie Maßnahmen zur Hochwasserrückhaltung mit der Wiedergewinnung früher vorhandener Auen kombiniert werden können.
„Gewässer und ihre Auen sind mit die dynamischsten und vielfältigsten Lebensräume, die es auf der Erde gibt. In einer Zeit, in der wir weltweit einen dramatischen Verlust an Pflanzen und Tiere verzeichnen, müssen besondere Anstrengungen unternommen werden, dem weiteren Rückgang der Artenvielfalt auch in unseren Gewässern entgegen zu treten. Die Wiederanbindung der Auen bedarf gerade an den großen Strömen wie Rhein und Elbe einer intensiven Abstimmung mit den dortigen vielfältigen Nutzungen. Nicht zuletzt die Sicherstellung der vorhandenen Hochwasserschutzziele bietet dabei immer wieder Anlass zur Diskussion, stellt aber auch eine große Chance dar, wie das Beispiel des Polders Ingelheim zeigt“, betonte Umweltministerin Ulrike Höfken.

Sachsen-Anhalts Umweltministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert zeigte sich begeistert: „Der Polder Ingelheim macht deutlich, wie Hochwasserschutz und Naturschutz Hand in Hand gehen. Mit der Anbindung der Aue wird dem Fluss wieder mehr Raum gegeben und es entsteht ein wertvoller Lebensraum für zum Teil seltene Tiere und Pflanzen. Und der Polder zeigt auch, wie die Umsetzung im Dialog mit den Menschen vor Ort so durchgeführt wurde, dass größtmögliche Akzeptanz entstehen konnte. Das kann uns in Sachsen-Anhalt Vorbild sein. Natur-, Umwelt- und Hochwasserschutz ist dann am effektivsten, wenn wir ihn zusammen mit den Menschen vor Ort gestalten. Im Hochwasserschutzprogramm „Flüssen mehr Raum geben“ in Sachsen-Anhalt wollen wir von den Erfahrungen aus Rheinland-Pfalz profitieren. Es wird in Zukunft einen noch engeren Austausch auf der Fachebene geben.“

Dies ergänzend sagte der Präsident der SGD Süd, Prof. Dr. Hans-Jürgen Seimetz: „Ich begrüße den fruchtbaren fachlichen Austausch auf höchster politischer Ebene, der die Bedeutung des Hochwasserschutzes für die Bevölkerung beider Bundesländer unterstreicht. Die Planung und den Bau von Hochwasserschutzmaßnahmen managt die SGD Süd unter Einbindung aller Akteure in moderierten, transparenten Prozessen sehr erfolgreich.“

Da aus der Region schon früh Bedenken gegen die Planung und den Bau des Polders in der intensiv genutzten Rheinniederung zwischen Ingelheim und Mainz geäußert wurden, fand schon zu einem frühen Zeitpunkt eine Begleitung des Projektes durch ein Moderationsverfahren statt. Unter dem Motto „Eine Region im Gespräch“ wurde gezeigt, wie in einer offenen Planungs- und Verwaltungskultur eine nachhaltige Flächenpolitik im Dialog und Konsens mit den Menschen in der Region umgesetzt werden kann. Dieser Ansatz wird auch bei den beiden Reserveräumen für Extremhochwasser in Hördt und Eich verfolgt.

Der Polder In Ingelheim verbindet die beiden Ziele „Hochwasserschutz“ und „Auenrenaturierung“, da bis zu einem bestimmten Wasserstand zirka 20 Hektar der Polderfläche über ein gesondertes ökologisches Bauwerk geflutet und gemäß des Konzeptes „Pflege durch Nutzung“ (z.B. Ganzjahresbeweidung) genutzt werden. Dazu musste der verlandete Rhein-Altarm „Alte Sandlach“, ausgebaggert werden, was dort u.a. zur Entwicklung einer Weichholzaue auf rund zwei Hektar Fläche führte. Zur Wiederherstellung des ehemals vorhandenen Hochwasserschutzes haben sich die Oberrheinanlieger auf die Realisierung von länderübergreifenden Maßnahmen verständigt. Insgesamt werden am Oberrhein 288 Millionen Kubikmeter Hochwasserrückhaltevolumen realisiert. Hiervon wird Rheinland-Pfalz an insgesamt zehn Standorten zirka 62 Millionen Kubikmeter zur Verfügung stellen. Einer dieser Polder ist die 2006 fertiggestellte Rückhaltung in Ingelheim, wo auf einer Fläche von rund 160 Hektar bis zu 4,5 Millionen Kubikmeter Wasser zurückgehalten werden können.


10. April 2018     l      Wasserversorgung

Staatssekretär Griese: Neuer Tiefzonenbehälter sichert nachhaltige Wasserversorgung in VG Hauenstein

Wasser ist unser wichtigstes Lebensmittel. Zugleich ist es ein bedeutendes Wirtschaftsgut. Doch der Klimawandel macht sich auch schon bei der Wasserversorgung bemerkbar: Grundwasservorräte bauen sich langsamer auf, es regnet im Durchschnitt deutlich weniger. Die nachhaltige Wasserversorgung ist daher eine wichtige Zukunftsaufgabe – in der Verbandsgemeinde Hauenstein wurde mit dem neuen Tiefzonenbehälter mit integrierter Aufbereitungsanlage und Druckerhöhungspumpwerk die Grundlage hierfür gelegt“, sagte Staatssekretär Thomas Griese bei der offiziellen Einweihung der Anlage in Hinterweidenthal.

„Für die Bürgerinnen und Bürger in Hinterweidenthal bedeutet dies eine sichere Trinkwasserversorgung, auch in Trockenperioden. Zugleich wird die Speicherbewirtschaftung optimiert und erfüllt damit langfristig ökologische und ökonomische Kriterien“, betonte der Staatssekretär. Der Neubau der Anlage hat insgesamt 2,3 Millionen Euro gekostet, von denen das Umweltministerium 1,59 Millionen Euro mit Landesmitteln gefördert hat. Die Anlage wurde bereits im Jahr 2017 fertiggestellt und einem Test- und Probebetrieb unterzogen. Ab sofort profitieren die 1.533 Einwohner  von Hinterweidenthal von der neuen Anlage: Bis zur Inbetriebnahme des neuen Wasserwerks wurden sie über eine Entsäuerungsanlage im Zieglertal und ein Pumpwerk versorgt, das das Trinkwasser in zwei Hochbehälter förderte. Sämtliche Anlagen entsprachen nicht mehr dem Stand der Technik und mussten dringend erneuert werden.

„Der Neubau eines Tiefzonenbehälters mit integriertem Pumpwerk und einer Aufhärtungsanlage zur Entsäuerung des aus dem Fassungsgebiet Zieglertal geförderten Quell- und Brunnenwassers war nicht nur die energietechnisch wirtschaftlichste Lösung, sondern auch wasserwirtschaftlich am nachhaltigsten“, sagte Griese. „Wichtig ist bei alledem auch: Die Bürgerinnen und Bürger sollen finanziell nicht über Gebühr belastet werden – umso wichtiger ist eine vorausschauende Planung.“ Das Umweltministerium unterstütze hier entsprechende Investitionen: Allein im Jahr 2017 seien 25,9 Millionen Euro in Maßnahmen der öffentlichen Wasserversorgung geflossen.

Innerhalb der Verbandsgemeinde Hauenstein wird bereits seit 2005 die Wasserversorgung schrittweise von Einzelversorgungsanlagen zu einem kompakt organisierten Wasserverbundnetz ausgebaut. Ziel ist eine nachhaltige Grundwasserbewirtschaftung aus gut geschützten Quell- und Tiefbrunnenressourcen, die auch in der Lage sind, längere Trockenperioden zu überbrücken. Hauptgewinnungsgebiete sind die Fassungsanlagen bei Wilgartswiesen und Hauenstein selbst. Diese decken neben den beiden Ortsgemeinden auch den Bedarf im südlichen Bereich der VG ab und zwar die Gemeinden Spirkelbach, Lug, Schwanheim, Darstein und Dimbach. Deren eigene Wasserfassungen wurden in Rahmen der Optimierung stillgelegt. Die Annexen Hermersbergerhof und Hofstätten sollen zukünftig über einen eigenen Wasserverbund vom Wasserwerk Hermersbergerhof versorgt werden. Die Ortsgemeinde Hinterweidenthal ist über eine Verbindungsleitung an das Gewerbegebiet von Hauenstein angebunden.


16. Februar 2018     l      Aktion Blau Plus

1 Million Euro für Renaturierungsprojekt „Grünzug Böbig“

„„Mit dem anstehenden Rückbau der massiven Befestigungen geben wir dem Speyerbach hier mitten in Neustadt an der Weinstraße ein weiteres Stück seiner natürlichen Uferlandschaften zurück", sagte Umweltministerin Ulrike Höfken beim heutigen ersten Spatenstich für das Renaturierungsprojekt „Grünzug Böbig“.

"Noch eingefasst in einen steinernen Kanal wird sich hier schon bald wieder ein dynamischer und lebendiger Lebensraum entwickeln, der nicht nur ein Gewinn für Tiere und Pflanzen ist, sondern von dem auch die Anwohner profitieren“, so die Ministerin weiter. Auch überreichte sie Oberbürgermeister Marc Weigel einen Förderbescheid über 1.053.400 Euro, mit dem das rheinland-pfälzische Umweltministerium die Maßnahme unterstützt.

Im Rahmen des Projektes, der Fortsetzung des bestehenden innerstädtischen Grünzuges nach Osten, wird das Gewässer im Bereich zwischen der Winzinger Straße und Landwehrstraße auf einer Länge von rund 600 Metern renaturiert. Ziel ist es, die Gewässerstruktur deutlich zu verbessern und somit einen attraktiven Lebensraum für Tiere und Pflanzen zu schaffen. Dies geschieht unter anderem durch die Integration von Buhnen, das Einbringen von Totholzelementen, der Aufweitung des Gewässers in Verbindung mit der Anlage von Kiesrauschen und Flachwasserzonen, sowie durch die Verlegung des Gewässers mit einem gewundenen Gewässerverlauf. Mit Schaffung dieser naturnahen Gewässerstrukturen soll auch die Aufenthalts- und Erlebnisqualität am Gewässer für die Bürgerinnen und Bürger gesteigert werden. Auch ist im Bereich des Kurfürst-Ruprecht-Gymnasiums der Bau eines Grünen Klassenzimmers zur gezielten Umweltbildung geplant.

Artenvielfalt erhalten und schützen
„In einer Zeit, in der wir weltweit einen dramatischen Rückgang an Pflanzen und Tiere verzeichnen, müssen wir besondere Anstrengungen unternehmen, dem Verlust an Biodiversität auch in unseren Gewässern entgegen zu treten und den Trend umkehren. Einer unserer wichtigsten Bausteine hierfür ist die Aktion Blau Plus, die sich in den vergangenen Jahren zum erfolgreichsten Naturschutzprojekt an unseren Gewässern entwickelt hat“, betonte die Ministerin. Die Aktion beinhalte heute über 1.300 Rückbauprojekte und Gewässerrenaturierungen an rund 900 Kilometern Gewässerlänge. Seit 1994 seien Projekte der Kommunen zur Wiederherstellung der Durchgängigkeit der Gewässer für Fische und Kleinlebewesen, für Renaturierungen, Grunderwerb und Maßnahmen zur Verbesserung des Wasserrückhaltes für rund 330 Millionen Euro gefördert worden. Diese Maßnahmen habe das Land mit bis zu 90 Prozent der angefallenen Kosten finanziert, so Höfken weiter.

Doch nicht nur an den Gewässern sei Lebensraum die Tiere und Pflanzen wichtig und notwendig. Deshalb habe das Land nach dem Vorbild der „Aktion Blau Plus“ im Jahr 2016 die „Aktion Grün“ ins Leben gerufen. „Sie bündelt unterschiedliche Maßnahmen – vom Moorschutzprogramm über Artenschutzkonzepte, Biotopvernetzung und Grünlandschutz bis zum Erhalt von Kulturpflanzen und Nutztierrassen. Der Handlungsbedarf im Naturschutz ist groß. Ziel ist es auch hier, das Artensterben aufzuhalten. Ich wünsche mir dabei einen ebenso großen Erfolg wie bei der Aktion Blau Plus, insbesondere dass sich viele Akteure in den Gemeinden und den Verbänden ermutigt fühlen, sich mit interessanten Projektbeiträgen einzubringen“, so der abschließende Appell der Umweltministerin.


05. Februar 2018     l      Aktion Blau Plus

369.000 Euro für Renaturierung des Simmerbachs

„Naturnahe Gewässerentwicklung nützt nicht nur der Artenvielfalt, sondern auch dem Hochwasserschutz. Mit Mitteln aus der Aktion Blau Plus fördert das Umweltministerium daher eine Renaturierungsmaßnahme am Simmerbach mit insgesamt 369.000 Euro“, sagte Umweltministerin Ulrike Höfken heute in Simmern.

Dort überreichte sie dem Landrat des Rhein-Hunsrück-Kreises, Dr. Marlon Bröhr, den Förderbescheid. „Am Simmerbach wird ein naturnaher Verlauf möglich mit einem strukturreichen Bachbett und gesunder Ökologie“, freute sich die Ministerin.
Die Finanzierung  der Renaturierungsmaßnahme am Simmerbach wird durch die Einnahmen aus dem Wassercent möglich.  So wird etwa die Uferböschung abgeflacht, das „Drüsige Springkraut“ – eine invasive Art – entfernt, ein barrierefreier Fußweg sowie Sitzgelegenheiten und eine Erlebnisfläche angelegt.

„Der Rhein-Hunsrück-Kreis ist ein Vorbild: Bereits seit den Neunzigerjahren engagiert sich der Landkreis sich im Sinne einer naturnahen Gewässerentwicklung“, sagte Höfken. Es wurden kontinuierlich Flächen am Simmerbach aufgekauft, so dass inzwischen ein 20 Kilometer langer Korridor am Bach entstanden ist, an dem Flächen aus der Nutzung genommen wurden oder von Landwirten extensiv bewirtschaftet werden. Zudem wurden seit 2003 insgesamt zwölf Wehre umgebaut, um die Durchlässigkeit des Gewässers wieder herzustellen.

„Gewässer sind wichtige Ökosysteme und Orte der Artenvielfalt. Die von der Aktion Blau Plus geförderten Projekte leisten aber nicht nur einen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität an unseren Flüssen und Bächen, sondern erzeugen auch einen Mehrwert für den Naturschutz, für Erholung und Tourismus, für die Landwirtschaft und die Umweltbildung“, betone Höfken. Seit 1994 sind rund 330 Millionen Euro in Projekte der Aktion Blau und Aktion Blau Plus geflossen.